Alles, was Spaß macht und Wohlbefinden bei der Mutter auslöst, kann auch nicht so falsch für das Kind sein. Die meisten Mütter tendieren eher dazu, abrupt mit jeglicher sportlicher Betätigung zu brechen. Das ist nicht gesund. Ein Körper, der regelmäßig durch Jogging, Fahrradfahren oder Schwimmen auf Touren gebracht wurde, sollte auf keinen Fall zum Nichtstun verdammt werden.
Alles mit der Ruhe
Das richtige Maß ist angesagt. Sicher wird eine Schwangere keinen Marathonlauf mehr schaffen, da das Kleine schon tüchtig über die Nabelschnur "mitatmet". Sportmediziner Prof. Klaus Jung formuliert das so: "Schwangerschaft entspricht hinsichtlich Belastung von Herz, Kreislauf und Stoffwechsel einem täglichen 10-km-Lauf in ca. 50 Minuten (Beginn der Schwangerschaft) bis 40 Minuten (Ende der Schwangerschaft)". Auch Sprünge und Kampfsport scheiden für Schwangere aus. Ein lockerer Dauerlauf, Schwimmen und Radfahren, soweit keine Beschwerden auftreten, können aber ohne weiteres bis in die späte Schwangerschaft hinein für Entspannung sorgen.
Was bewirkt Sport in der Schwangerschaft?
Sport unterstützt den beanspruchten Skelettapparat, kann die häufig auftretenden Rückenschmerzen reduzieren und kurbelt Kreislauf und Stoffwechsel an. Das hilft oft bei Übelkeit und Schwindel. Besonders Schwimmen beugt Thrombosen und Krampfadern vor und vermindert die schwangerschaftstypischen Wassereinlagerungen im Gewebe. Das Training verbessert auch die Sauerstoffversorgung des Körpers - und damit die Versorgung des Kindes. Und körperliche Aktivität kann sogar dem Schwangerschaftszucker ´Diabetes mellitus´ entgegenwirken. Denn die Bewegung aktiviert große Muskelgruppen, und der erhöhte Blutzuckerspiegel wird durch kontinuierliches Verbrennen gesenkt.
Wie viel Sport in der Schwangerschaft?
Auf die Frage, wie viel und welche Sportart man betreiben sollte, gibt es keine generelle Antwort. Hier sind viele individuelle Faktoren zu beachten. Wichtig ist, dass Sie auf die Signale ihres Körpers hören und das Training ihrer Schwangerschaftsphase anpassen. Im 4. Monat sind 30-40 Minuten tägliches Laufprogramm in Ordnung, im 7. Monat sollten Sie die Belastung reduziert haben. Manche Sportarten müssen im letzten Drittel der Schwangerschaft ganz aus dem Programm verschwinden. Grundsätzlich empfiehlt sich, das Trainings-Programm mit dem Arzt abzusprechen.
Wann ist Vorsicht geboten?
Wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Gynäkologen über ein mögliches Sportprogramm sprechen. Haben Sie bestimmte Krankheiten wie Bluthochdruck, Schilddrüsenstörungen oder Gefäßverengungen müssen Sie grundsätzlich aufpassen. Auch wenn vorherige Schwangerschaften problematisch waren oder Sie sich schon länger vergebens ein Kind gewünscht haben, sollten Sie vorsichtig sein. Wenn Blutungen einsetzen oder das Baby im Bauch sich weniger bewegt, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt. Viele Frauen befürchten vorzeitige Wehen durch Sport. Körperliche Betätigung löst diese aber nur aus, wenn die Gebärmutter bereits sensibilisiert ist. Setzen die Wehen generell zu früh ein, muss die Schwangere das Training einstellen.
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