Hände weg von der Spritze?
Reiseimpfungen in der Schwangerschaft sollten stets sehr sorgsam abgewogen und mit Spezialisten erörtert werden. Die üblichen Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Hepatitis B, Typhus, Meningokokken-Meningitis sowie die Gabe von Blutprodukten mit speziellen Abwehrstoffen (passive Immunisier-ung) gegen Hepatitis A oder die Frühsommer-Meningo-Enze-phalitis (FSME) sind ohne Bedenken möglich.
Eine Gelbfieber- Impfung sollte erst nach der 12. Schwangerschaftswoche ver-abreicht werden, wenn es nicht zwingende Gründe für eine frühere Impfung gibt. Impfungen gegen Röteln, Mumps, Masern und Tuberkulose mit sogenannten Lebendimpfstoffen, also abgewan-delten oder abgeschwächten Erregern, dürfen während der Schwangerschaft nicht angewandt werden.
Malaria als besonderes Problem
Tritt während der Schwangerschaft eine Malariainfektion auf, dann besteht führ das heranwachsende Kind eine verstärkte Gefahr, wenn nicht ausreichend und recht-zeitig behandelt wird. Es ist nachgewiesen, dass bei schwangeren Malariapatientinnen gehäuft Früh- und Todgeburten auftraten. Auch wenn die Behandlung mit wirksamen Anti-Malaria-Mitteln möglich ist (z.T. aber erst nach dem 4. Schwangerschafts-monat), sollten Schwangere möglichst auf einen Aufenthalt in Malaria-Risikogebieten verzichten.
Wehe, wenn die Wehen wehen
Völlig ungeeignet sind für Schwangere zumindest ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel Abenteuerreisen oder Urlaubsziele in touristisch unerschlossenen Regionen. Niemand kann garantieren, dass nicht vorzeitig Wehen einsetzen oder ein Fruchtabgang mit hohen Blutverlusten auftritt. Es kann dann lebensrettend sein, wenn eine Klinik mit entsprechender Ausrüstung rasch erreichbar ist.
In den üblichen Urlaubshochburgen ist die ärztliche Versorgung im Notfall gesichert (an die Auslands-Krankenversicherung denken, Mutterpass mitführen!).
Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche sich möglichst weite Reisen ersparen sollte, denn "taggenau" lässt sich der Beginn der Geburt kaum errechnen.
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